Zuallererst möchte ich dich beruhigen, das auf dem Bild ist keine böse Hexe, das bin nur ich - verbissen in einem Szenario meiner Vergangenheit. Das wurde mir heute so richtig bewusst. Es ging ums Thema Autofahren. Nach einigen intensiven Erlebnissen, konnte ich vor lauter Angst jahrelang nicht (mehr) mit dem Auto fahren. Kam ich auch nur in die Nähe meines Autos, bekam ich Panik. Also beschlos ich, es zu verkaufen. Es ging auch ohne Auto gut - mit den Öffis, oder auch, wenn mein Mann gefahren ist. "Endlich, seufzte ich erleichtert auf, NIE WIEDER Auto fahren müssen!" Das dies zu einem kleinen inneren Schwur wurde, zeigte sich heute. Später dazu mehr.
Vor ca. einem Jahr sind wir umgezogen. Mitten in den Wald, wo es keine Öffis gibt - nicht mal ein Waldtaxi *lach*. Also musste wieder ein Auto her. Seit einem Jahr besitze ich nun eines. Ich fahre zwar selten, aber ich fahre. Dazu waren viele therapeutische, schamanische, transformierende Schritte nötig.
Meine liebe Freundin, die Fahrlehrerin ist, weiß das. Heute morgen kamen wir ins Gespräch, da ich gestern mit unserer Hündin aufgrund eines Notfalls zum Tierarzt fahren musste (mein Mann war in der Arbeit und ein Waldtaxi gibt es wie gesagt hier nicht). Ich erzählte ihr, dass ich gestern mit dem Auto gefahren bin und nur 1x beim heim fahren, kurz bevor ich Zuhause war, Panik bekam. Sie sagte: "Wirst sehen, je öfter du fährst, umso besser wird es werden!"
Und dann meldete sich urplötzlich meine Verbissenheit zu Wort: "Nein, früher ist es immer schlimmer geworden, je öfter ich gefahren bin, ich muss langsam anfangen, blabla bla ..." Als ich mal kurz Luft holte, fiel mir ihr leicht irritierter Blick auf. Und auch meine automatische Antwort! Ich hatte mich so in meine vergangenen Erfahrungen verbissen, dass ich gar nicht mehr sehen konnte, dass es auch anders sein kann. Unser Verstand kann nämlich nur aus vergangenen Erfahrungen schließen, und meint es eigentlich gut, wenn er den alten Müll wiederholt. Aber bringt uns das weiter?
Meine Freundin nahm sich Zeit, das Gespräch achtsam und liebevoll weiter zu führen - danke dir hiermit nochmals von Herzen ;-) Sie betonte das Wort "Neuanfang" sehr stark. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte mich wahrlich festgebissen, gab mir dadurch keine Chance auf Ver-Änderung und wiederholte beständig das Alte - und gab ihm somit immer noch Macht und Raum. Auch in das "Nie wieder Auto fahren müssen". Denn jetzt ist es anders "Ich kann, darf und will wieder fahren!" - welch Freiheit! So durfte sich auch dieser innere Schwur lösen.
Erst dann wurde mir klar, dass ich die Autofahrt gestern sehr gut gemeistert habe. Die Angst war zwar da gewesen, aber ich blieb kurz stehen, atmete tief durch, und machte Nervensystemregulationsübungen. Dann erst fuhr ich nach Hause. Ich lies die Angst da sein, lies sie aber auch wieder weiter ziehen, wie eine Welle ...
Und nun ist es an der Zeit, neue Erfahrungen zu machen. Und je öfter ich fahre, umso besser wird es werden, das spüre ich jetzt deutlich - da ich mich nicht mehr in vergangene Erfahrungen verbeisse. Mein Kiefer ist dadurch übrigens auch viel lockerer und entspannter geworden ;-)
Und so möchte ich dich und auch mich daran erinnern, jeden Tag, jeden Moment, NEU zu erleben. Denn in Wahrheit, gibt es jeden Moment nur ein einziges Mal ... Zudem möchte ich dir Mut zusprechen. Nur, weil du etwas länger nicht konntest, heißt es nicht, dass du es nie schaffen wirst. Vielleicht braucht es einfach noch ein bisschen mehr Zeit. Oder Begleitung, sei es energetisch und/oder auch körperlich.
Bei mir steckt, das spüre ich ganz deutlich, noch viel Angst im Körper. Doch tief in meiner Seele weiß ich "Ich kann es!" Und ganz langsam, und Schritt für Schritt, nehme ich meinen Körper mit auf die Reise. Natürlich mit dem Auto ;-) Und auch überall sonst hin!
Ich wünsche dir ganz viele NEUE lichtvolle Momente in deinem Leben! Glaub an dich und deine Kraft!
Alles Liebe,
Sandra
